Für einmal die Alltagswelt verlassen, in neue Rollen schlüpfen und Dinge wagen, die wir im realen Leben nicht tun würden. Dramatherapie kann bisher verborgene Ressourcen erfahrbar machen, Perspektiven eröffnen und ungeahnte Problemlösungen zu Tage fördern. Dramatherapie ist die gezielte Nutzung von Drama- und Theaterkonzepten für beraterische und therapeutische Zwecke. Sie basiert auf der Annahme, dass Menschen eine natürliche Neigung dazu haben, sich auf dramatische Weise, durch das Spiel, auszudrücken.

Techniken

Embodiment

  1. Köperwahrnehmung
  2. Aufwärmübungen
  3. Entspannungsübungen

 

Projektivtechniken

  1. Malen
  2. Gestalten
  3. Geschichten erfinden/erzählen
  4. Miniaturwelten

 

szenisches Spiel

  1. Rollenspiele
  2. Stimme
  3. Formen aus dem Playbacktheater

Was ist Dramatherapie?

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Der Begriff Drama

«Drama» bedeutet Handlung oder Tun und bezieht sich auf die Handlung des «so tun, als ob». Wenn wir auf einer Bühne «nur so tun als ob», können wir uns freier mit unseren Themen und Fragen auseinandersetzen und Lösungen ausprobieren und einüben, denn das aktive Spiel mit Geschichten zeigt dieselben Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens, wie sie in alltäglichen Situationen entstehen. Die Erfahrung ist real. Sie in den Alltag überzuführen, kann unbewusst oder gezielt geschehen.

 

Dramatherapie wird aufgrund der Klangähnlichkeit oft mit Traumatherapie verwechselt, obwohl es unterschiedliche Ansätze sind. Außerdem kann der Begriff «Drama» im alltäglichen Sprachgebrauch eine negative Konnotation haben. In Deutschland wird daher oft der Begriff «Theatertherapie» verwendet, der für unser Verständnis jedoch zu spezifisch ist, da «Drama» mehr als nur Theater umfasst.

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Dramatherapie - Ein erfahrungsorientierter Ansatz, der Handeln und Erleben integriert

Der handlungs- und erfahrungsorientierte Ansatz der Dramatherapie integriert und verbindet gedankliches, gefühlsmässiges und körperliches Erleben, das für Wachstum und Veränderung erforderlich ist.  Das «dramatische Spiel» ist jedem Menschen eigen, da alle als Kind schon so gespielt und gelernt haben. Kinder erproben und erfahren die Welt im «So-tun-als-ob», im Schutzraum ihres Spiels.  Das Erfahren und Erproben ungewohnter Handlungen im Schutzraum der «dramatischen Realität» ermöglicht aus neurologischer Perspektive neue Vernetzungen und die Bahnung der Hirnstrukturen, welche für die Ausbildung von Impulsen und Lernvorgängen von zentraler Bedeutung sind.

 

Die Dramatherapie basiert im Wesentlichen auf einem Menschenbild der Humanistischen Psychologie; sie geht vom Glauben an die innere Stärke des Menschen aus.

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Dramatherapie - Eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Therapieformen

Im Unterschied zum klassischen helfenden Gespräch, das sich in der Alltagsrealität bewegt, regt die Dramatherapie über das spielerische Handeln und Interventionen auf der symbolischen Ebene Veränderungsprozesse an.

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Qualifizierte Dramatherapeut:innen finden

Auf der Therapeut:innenliste des Schweizerischen Berufsverbandes für Dramatherapie SBVDT, der Therapeut:innenliste der ARTECURA oder bei EMR oder ASCA finden Sie qualifizierte Fachkräfte.

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Schauspielerfahrung - keine Voraussetzung für Klient:innen

Es ist nicht notwendig, Theater- oder Schauspielerfahrung zu haben, um von der Dramatherapie zu profitieren. Dramatherapeut:innen können den therapeutischen Prozess unterstützen, indem sie kreative Wege anbieten, um jedes Thema zu erforschen, mit dem sich Klient:innen beschäftigen möchten. Die Professionalität oder Kunst des/der Dramatherapeut:in besteht darin, die passenden Mittel anzubieten, mit denen die Klient:innen arbeiten können. Diese reichen von Körperarbeit über projektiven Techniken außerhalb des Körpers wie Figurenstellen, Malen bis hin zum Rollenspiel.

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So arbeitet die Dramatherapie - Kreative Wege zur Erforschung von Themen und Lösungen

Dramatherapeut:innen arbeiten mit einer breiten Palette von dramatischen Techniken auf verbale und nonverbale Weise. Je nach Klientel und Thema bilden Texte aus Märchen, Theaterstücken sowie Gedichte den Ausgangspunkt des Handels oder das Gestalten eigener Geschichten, Bilder und Figuren werden angeleitet. Die Arbeit erfolgt auf den drei oben beschriebenen Ebenen: Körperarbeit, projektive Techniken (Geschichten, Malen, Gestalten, Spiel mit Objekten) und Rollen. Der rote Faden ist stets die Auseinandersetzung im künstlerischen Medium «Drama» bzw. in der «dramatischen Realität».

 

In der Dramatherapie unterscheiden wir zwischen der Alltagsrealität und der dramatischen Realität, d.h. einer symbolischen, imaginativen Welt. Letztere finden wir sowohl auf der Theaterbühne wie auch im kindlichen Spiel des «So-tun-als-ob».

 

Diese Arbeitsweise ermöglicht es, die nötige Distanz zu schaffen, um persönliches und manchmal emotional belastendes Material zu untersuchen und zu verarbeiten.

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Wer von der Dramatherapie profitiert - Eine integrative Methode für alle Alters- und Klient:innengruppen

Dramatherapie ist äußerst integrativ und kann den Bedürfnissen der meisten Klient:innengruppen gerecht werden, unabhängig von Alter, kulturellen oder sozialen Unterschieden, einschließlich körperlicher und geistiger Fähigkeiten. Insbesondere Menschen, deren sprachlicher Ausdruck eingeschränkt ist, können durch dramatherapeutische Methoden in «ihrer Sprache» erreicht werden.

 

Die Dramatherapie geht von den Ressourcen der Teilnehmenden aus, ihren Kräften, Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen. Sie wird vielfältig eingesetzt, um Veränderungsprozesse zu begleiten, Lebenssituationen meistern zu lernen oder die Gesundung bei Erwachsenen und bei Kindern zu fördern.

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Wo Dramatherapie eingesetzt wird

Dramatherapie wird sowohl als methodischer Bestandteil in verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern wie auch als eigenständige therapeutische Disziplin praktiziert.

 

Dramatherapie ist in vielen Ländern bereits fester Bestandteil der Arbeit in Schulen, Heimen, Spitälern, psychiatrischen Kliniken und anderen sozialen Institutionen, von der Prävention über die Persönlichkeitsentwicklung bis zur Rehabilitation. Sie ist vielseitig anwendbar in allen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, Pädagogik und Therapie – überall, wo Veränderungsprozesse angeregt und begleitet werden.

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Abgrenzung zur Theaterpädagogik - Persönlicher therapeutischer Prozess versus pädagogische Werte

Theaterpädagogik und Dramatherapie sind zwei verwandte Bereiche, die sich jedoch in ihren Zielen und Schwerpunkten unterscheiden. Theaterpädagogik konzentriert sich hauptsächlich auf die Arbeit mit jungen Menschen im Bildungsbereich und zielt darauf ab, pädagogische Werte und kreatives Denken spielerisch zu vermitteln und das Theater als Kulturgut näherzubringen. Dramatherapie hingegen arbeitet mit Menschen jeden Alters und legt den Fokus auf den persönlichen therapeutischen Prozess. Mit theatralen Elementen werden persönliche Themen bearbeitet und innere Verletzungen geheilt. Die Theaterpädagogik kann zwar auch einen heilender Prozess beinhaltet, arbeitet aber nicht gezielt therapeutisch damit. Während in der Theaterpädagogik das Erlernen von Techniken und das Endprodukt, die Aufführung, im Vordergrund stehen, liegt in der Dramatherapie der Fokus auf dem Prozess des Handelns und Spielens. Es gibt kein Richtig oder Falsch auf der dramatherapeutischen Bühne, da der Prozess selbst im Mittelpunkt steht. Der Begriff «Drama» bezieht sich auf das Handeln und Tun, während «Theater» das Anschauen und Betrachten bedeutet. In der Dramatherapie wird bewusst von Drama- und nicht von Theatertherapie gesprochen, um die beteiligten handelnden und spielenden Prozesse zu betonen, ohne den Druck einer öffentlichen Aufführung.

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Abgrenzung zum Psychodrama nach Moreno

Da der Begriff «Dramatherapie» im deutsch- und französischsprachigen Raum nicht sehr geläufig ist, wird er oft mit der weitaus bekannteren Methode des Psychodramas verwechselt. Die Dramatherapie unterscheidet sich jedoch vom Psychodrama, da es neben Gemeinsamkeiten auch einige grundlegende Unterschiede in der Arbeitsweise, vor allem aber im Therapieverständnis der beiden Ansätze gibt. So haben beide Ansätze Gemeinsamkeiten, da sie die dramatische Handlung, den Körper, die Kreativität und die Rolle in den Mittelpunkt stellen; das Psychodrama nach Moreno bringt viele Inspirationen für die Dramatherapie mit und umgekehrt.

 

Zu den Unterschieden gehört, dass das Psychodrama die von Moreno entwickelten Techniken hauptsächlich zur Steuerung eines bestimmten Therapieverlaufs einsetzt, während die Dramatherapie alle Aspekte der dramatischen Aktivität als therapeutisches Mittel nutzt. So werden in der Dramatherapie unter anderem Theaterstücke, Märchen, Puppenspiel, Masken, Musik, Malen, Zeichnen und Bewegung eingesetzt. Die Dramatherapie geht die Probleme in der Regel schrittweise und indirekt an, indem sie Metaphern und verschiedene projektive Techniken verwendet, während das Psychodrama die Probleme auf direktere Weise angeht. Schließlich ist festzuhalten, dass die Art und der Rhythmus des Prozesses dazu führen, dass die therapeutische Präsenz von Psychodramatiker:innen bestimmender ist als die von Dramatherapeut:innen, denn diese agieren eher als Begleiter:in.

  • «Die Dramatherapie gehört zu den fortschrittlichsten Therapiemethoden: Sie arbeitet ganzheitlich, also weit über die Sprache hinaus, weckt gezielt körperliche und geistige Kräfte und ermöglicht so persönliches Weiterkommen in einer äusserst sanften und gleichzeitig effektiven Weise.»

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